Nichts zu verlieren

Die meisten von uns leben in einer Umgebung, wo wir oft von mehr Menschen umgeben sind, als wir vielleicht zu ertragen glauben. Vor allem wenn man wie ich mit Zug und Bus unterwegs ist, teilt man den knappen Raum oft mit vielen anderen Menschen. Mir persönlich fällt es nicht immer leicht, mit diesen Menschen Kontakt aufzunehmen. Manchmal will ich es einfach nicht und manchmal hindert einen auch die Tatsache, dass wir uns gerne mit Kopfhörern die Ohren oder mit Handys die Aufmerksamkeit verstopfen um genau das zu verhindern. Auch ich selber tue mich oft schwer damit, nicht jede freie Minute zum iPod zu greifen.

Um so überraschender kann es sein zu erfahren, was einem die Leute um einen herum erzählen können, wenn man einfach einmal zuhört oder sich überwindet ihnen eine Frage zu stellen. Wenn ich eines im vergangen Jahr gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass man mit seinen Vorstellungen vom Leben und allem was dazu gehört nie der einzige ist. Es ist erstaunlich wie viele Menschen die gleiche Sicht und Einstellung zu den Themen des Lebens haben. Wenn man die Hürde des Schweigens überwindet, darf sich zeigen, dass wir alle die gleichen Bedürfnisse und zumindest ähnliche Ziele haben. Das Gefühl von getrennt und anders als die anderen zu sein entsteht scheinbar einzig und alleine durch unser Schweigen. Wenn wir lachen, singen und tanzen können wir wieder erfahren, dass wir alle Teil von etwas Grösserem sind.

Der Film „Just keep going, you got nothing to loose“ (mach weiter, du hast nichts zu verlieren) hat mich zu diesem Beitrag inspiriert. Und vielleicht auch etwas mutiger gemacht den Menschen, der mir in Zug und Bus gegenüber sitzt in den wenigen Minuten, die uns geschenkt sind etwas besser kennen zu lernen.

Was treibt ich mehr an? Angst oder Liebe? – Ich denke beides sind starke Motivatoren. Liebe motiviert einen als Ziel. Der Zustand nach dem wir uns wohl alle sehnen und hin wollen. Angst ist der Motivator zur Veränderung. Für mich ist sie im Moment der grössere Antrieb. Denn in meinen Gedanken spielt sich oft das Spiel ab „ja, in Liebe zu sein wäre jetzt schön, aber ist es nicht viel einfacher in den alten Mustern zu verharren, wo ich alles schon in- und auswendig kann? Alles zu kontrollieren glaube?“ Auf die bedingungslose Liebe zuzugehen heisst sich von alten, eingefahrenen Mustern loszulösen. Und nicht selten bin ich dazu ziemlich bequem. Aber Angst umgibt dich und kann dich verschlingen, wenn du dich nicht aus ihr heraus bewegst. Hätte ich damals nicht die Angst gehabt, die Person zu verlieren, die ich über alles geliebt habe, wäre ich heute nicht da wo ich bin. Angst drängt dich zur Veränderung. Liebe lädt dich ein.

Glaubst du an unsere Regierung? – Ich glaube, dass wir, so wie wir im Moment leben auf eine gewisse Führung angewiesen sind. Ich finde nicht, dass alles richtig ist, was für uns Schweizer in Bern entschieden wir. Aber auch die Menschen in der Regierung sind Menschen, die Fehler machen, Überzeugungen und Glaubenssätze haben. Ich bin froh darüber, dass wir die direkte Demokratie nutzen können und so die Möglichkeit zum Mitreden besitzen. Die meisten Länder dieser Welt haben diese Chance nicht. Seit mir das klar geworden ist, versuche ich auch bei jeder Abstimmung meine Meinung an der Urne kund zu tun.

Was heisst Freiheit für dich? –  Freiheit heisst für mich die Dinge tun zu können, die ich liebe ohne mir Gedanken machen zu müssen, was andere wohl davon halten. Freiheit ist für mich die bedingungslose Liebe zwischen zwei Menschen.

Was ist der Sinn des Lebens? – Hmmm… dazu könnte man wohl jede Menge Antworten finden. Aber wahrscheinlich ist es wirklich das Leben selbst. Den oft setzten wir uns so viele Ziele, wenns und abers, dass wir das einfachste ganz vergessen. Einfach zu leben. Draussen in der Natur zu sein. Den Wind im Haar zu spüren, die wärmende Sonne auf der Haut, die Kälte an den Ohren, das Summen der Bienen, das Prasseln des Regens, das Schlagen des eigenen Herzens. Wenn es nicht diese Dinge und die Liebe dazu sind, die den tiefsten Sinn des Lebens selbst darstellen, was dann?

Wie mögen wohl deine Antworten lauten?

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